Viele Eltern legen nicht fest, wann und wie lange ihre Kinder digitale Medien nutzen dürfen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der DAK und des DZSKJs:[1] Bei Kindern zwischen 10 und 13 Jahren betrifft das etwa ein Viertel der Eltern. Bei Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren sind es knapp 40%.

Außerdem haben rund 10% der Eltern jüngerer Kinder und ebenfalls fast 40% der Eltern von Jugendlichen keine Regeln dazu, welche Inhalte im Internet genutzt werden.

Je häufiger und intensiver junge Menschen Games, Social Media oder Streaming-Dienste nutzen, desto größer ist das Risiko, dass sie ein problematisches Konsummuster entwickeln. Nicht nur die Dauer und Intensität des Konsums, sondern auch bestimmte Inhalte und Mechanismen von GamesSocial Media und Streaming-Diensten fördern das Suchtrisiko. Für Eltern ist es deshalb sehr wichtig, klare Regeln festzulegen. Um Ihnen eine Orientierung zu geben, haben wir im Folgenden Empfehlungen und Tipps zur Aufstellung von Medienregeln aufgelistet.

Noch ein Tipp

Letztendlich entscheiden Sie, welche Regeln für Ihr Kind wichtig und sinnvoll sind. Sie kennen Ihr Kind am besten und Sie können somit auch am besten einschätzen, welche Regeln Ihr Kind braucht, um keinen problematischen Medienkonsum oder gar eine Mediensucht zu entwickeln. Generell ist es sinnvoll, sich mit anderen Eltern über Medienregeln auszutauschen oder sich mit diesen abzustimmen. Wenn Jugendliche dieselben Regeln wie ihre Freund:innen oder Klassenkamerad:innen haben, gibt es auch weniger Gründe darüber zu diskutieren oder zu verhandeln.

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Medienzeiten: Wann ist viel zu viel?
Medieninhalte: Was ist altersgerecht?
Medienort: Der richtige Platz

Tipps zur Umsetzung von Medienregeln

Vor allem bei Jugendlichen kann die Umsetzung von Medienregeln manchmal gar nicht so leicht sein. Jugendliche testen ihre Grenzen aus, versuchen sich von ihren Eltern abzugrenzen und möchten eigene Entscheidungen treffen. Für Eltern ist es in dieser Zeit nicht einfach, die Balance zwischen Bindung und Loslassen sowie Kontrolle und Vertrauen zu finden. Hier haben wir ein paar Tipps, wie Sie Medienregeln konstruktiv aufstellen und umsetzen können:

Medienfreie Zeiten festlegen
Einsicht fördern
Zeitplan aufstellen
Gemeinsame Entscheidungen treffen
Angehörige einbeziehen
Motivation stärken
Alternativen anbieten
Konsequenzen ziehen
Vorbild sein

Weitere Dos und Don’ts im Umgang mit Betroffenen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Fußnoten

  1. Wiedemann, H., Busch, K., Schlichter, N., Gebhardt, L., Paschke, K. (2026). Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Ergebnisbericht 2025/2026. Ausgewählte Ergebnisse der achten Erhebungswelle im September/Oktober 2025. DAK-Gesundheit. Verfügbar unter: www.dak.de/mediensucht

  2. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. DGKJ. SK2-Leitlinie: Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in der Kindheit und Jugend. 1. Auflage 2022. AWMF Register Nr. 027-075. Verfügbar: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/027-075, Zugriff am 15.07.2023

  3. Geurts, S. M., Koning, I. M., Vossen, H. G. M., & Van Den Eijnden, R. J. J. M. (2022). Rules, role models or overall climate at home? Relative associations of different family aspects with adolescents’ problematic social media use. Comprehensive Psychiatry, 116, 152318. https://doi.org/10.1016/j.comppsych.2022.152318